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Massive von Native Instruments kennenlernen

In diesem Tutorial werde ich anhand eines Beispiels Massive näher erklären und dabei auf alle wichtigen Funktionen zurückgreifen. Ich werde schrittweise zeigen, wie man einen Bass-Sound herstellt, den man beispielsweise als Basis für Drum'n'Bass-Basslines verwenden könnte.

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Was ist Massive überhaupt?

Massive ist ein Analog-Synthesizer von Native Instruments. Das besondere an Massive sind seine so genannten „Wavescanning“-Oszillatoren. Diese ermöglichen das stufenlose hin- und herschalten zwischen den verschiedensten Wellenformen. Während man von herkömmlichen Synthesizern oft von einer Fülle von Fadern und Potis förmlich erschlagen wird bietet Massive spezielle „Macro Controls“, die das anpassen von Presets erleichtern.

Oszillatoren

Startet euren Sequenzer, ladet Massive in die Liste aktiver VST-Instrumente und routet ihn gegebenenfalls auf eine Midispur. Das Frontend sollte nun wie folgt aussehen:

Massive

Wenn ihr nun einen MIDI-Clip abspielt oder Massive per Controller ansteuert, hört ihr einen einfachen Sawtooth-Oszillator. Dieser ist für unserer Zwecke einmal eine gute Basis, lässt sich aber auf belieben Tunen.

Massive

Wie im Bild zu sehen gibt es acht verschiedene Einstellungsmöglichkeiten für den ersten Oszillator: (1) hiermit schaltet man den Oszillator ein/aus; (2) unter dem Dropdown-Menü verbergen sich 85 Wavetables; das sind Algorithmen, die bestimmte Wellenformen berechnen; (3) diese Einstellungen ermöglichen die Modulation von Wellen; „Spectrum“ z.B. ist mit einem Lowpass-Filter zu vergleichen; (4) dient ganz einfach zum Pitchen des Oszillators; (5) erlaubt ein stufenloses hin- und herschalten des Wavetable-Algorithmus, im unserem Fall (Square-Saw I) zwischen Square-Wellen und Sawtooth-Wellen; (6) regelt den Wellenform-Modulator (siehe 3); (7) das ist der Lautstärkenregler für den Oszillator; ( mit diesem Fader routet man den Oszillator auf die beiden Filter (mehr dazu in Kapitel 3 – Filter);

Zusätzlich gibt es noch eine Reihe dieser dunkleren Rechtecke. Diese kann man mit LFOs, Hüllkurven und Macro Controls belegen (mehr dazu in Kapitel 4 – LFOs und Hüllkurven). Die zwei anderen Oszillatoren verhalten sich exakt wie der erste. Nun schlage ich vor, ihr erstellt einen Midiclip, spielt eine einfache Bassline ein und spielt das ganze im Loop ab. Dann könnt ihr mit den Oszillatoren herumspielen, bis ihr einen Sound erhält, der euch zusagt. Oder ihr übernehmt der Einfachheit halber meine Einstellungen:

Massive

Filter

Im Kapitel 2 – Oszillatoren habe ich bereits einen Fader erwähnt, der den Oszillator auf die beiden Filter routet (Abb. 2 [8]). Standardmäßig ist er in der Mitte. Das bedeutet, dass das Signal zu jeweils 50% zu den zwei Filtern gesendet wird.

Massive

Auch bei den Filtern gibt es eine Reihe an Einstellungsmöglichkeiten. (1) ist wieder der Einschaltknopf; (2) in diesem Dropdown-Menü kann man einen aus elf verschiedenen Filtern wählen; (3) regelt die Ausgangslautstärke; (4) sobald man einen Filter gewählt hat wird dieser Poti zum Cutoff-Regler (außer beim “Comb”-Filter, da wird er zum Pitch-Regler); (5) der zweite filterspezifische Poti; (6) wird bei allen Filtern zum Resonanz-Regler (wieder die Außname “Comb”, hier wird er zum Feedback-Regler); (7) erlaubt das Stufenlose hin- und herschalten zwischen parallelem und seriellem Einsatz der Filter; ( dieser Fader funktioniert wie ein Crossfader für die Ausgangssignale der beiden Filter;

Jetzt könnt ihr wieder herumprobieren oder meine Einstellungen übernehmen:

Massive

LFOs und Hüllkurven

Der Sound klingt mit den aktuellen Einstellungen recht dumpf, da der Bandpass-Filter die Höhen herausfiltert. Deshalb lassen wir nun den Cutoff-Regler modulieren. Massive stellt uns hier vier Hüllkurven und vier LFOs zur verfügung. Diese findet man im großen Bereich in der Mitte. Dort sind vier blaue Buttons für die Hüllkurven und vier grüne Buttons für die LFOs. Klickt man auf einen, gelangt man ins entsprechende Menü. Für unsere Zwecke empfielt sich ein LFO. Klickt also auf “5 LFO”.

Massive

Die LFOs in Massive sind sehr umfangreich gestaltet. (1) stellt die Frequenz des LFOs ein, klickt man darunter auf “Sync”, übernimmt der Regler die BPM des Sequenzers; klickt man auf “Restart”, wird der LFO bei jedem Anschlag neu gestartet; (2) entspricht in etwa einem Dry/Wet-Regler; (3) dies ist der Crossfader für die beiden Wellenformen (zu sehen rechts neben dem Fader); (4) hier kann man den Startpunkt der jeweiligen Wellenform festlegen; (5) in diesem Menü stellt man die Wellenformen des LFOs ein, zu Wahl stehen die vier Standardformen oder 31 voreingestellte Formen aus dem Dropdown-Menü; (6) legt die Art des LFOs fest, denn Massive beherrscht neben normalen LFOs auch Performer- und Stepper-LFOs; (7) dies ist eine LFO-interne Hüllkurve, die man beispielsweise für den Crossfader verwenden kann; wie man dann damit einen Parameter moduliert, werde ich weiter unten beschreiben;

Da Hüllkurven wie die LFOs funktionieren, spare ich mir hier die Erklärung mit Screenshot. Wir verwenden jetzt den Performer-LFO. Hier könnt ihr beliebige Kurvenverläufe einzeichnen oder meinen verwenden:

LFOs einsetzen

Der Einsatz von LFOs (sowie auch von Hüllkurven) erfolgt bei Massive immer nach dem gleichen Prinzip: Neben den LFOs, Hüllkurven und auch internen Hüllkurven (Abb. 6 [7]) gibt es ein Symbol, das ein Pfeilkreuz darstellt. Zieht dieses Symbol in ein beliebiges dunkles Quadrat unter irgendeinem Regler. Nun sollte die Zahl des LFOs oder der Hüllkurve in der jeweiligen Farbe im Feld stehen. Wenn man nun auf die Zahl klickt, die Maustaste gedrückt hält und die Maus auf oder ab bewegt, sieht man einen Balken der von der Position des Faders oder Reglers ausgeht. Bei normalen LFOs geht er in zwei Richtungen. Die dunkelgrüne Seite steht für den Wellenberg, die hellgrüne für das Wellental. Die Stärke der Modulation hängt direkt von der Größe des Balkens ab. Hat man einen Modulator falsch platziert, oder möchte man ihn deaktivieren, genügt ein Rechtsklick auf die platzierte Zahl und ein Klick im Kontextmenü auf “OFF”.

Für unser Beispiel würde ich den 5er LFO wie folgt anwenden:

Massive

Effekte

Die zwei Effektkanäle befinden sich unter der Master-Sektion. Auch hier ist eine nähere Erklärung mit Screenshot eigentlich überflüssig, da die Handhabung wie bei allen anderen Bereichen funktioniert. Zusätzlich zu den beiden Effektkanälen mit einer Auswahl von 17 Effekten gibt es hier noch einen 3-Band-Equalizer. Da dessen Einstellmöglichkeit aber stark begrenzt sind, empfehlt es sich einen externen EQ in den Instrumenten-Inserts des Sequenzers zu verwenden. Um dem Sound ein bisschen mehr Breite und Wärme zu verleihen empfiehlt sich hier ein “Classic Tube”.

Voicing

Kommen wir nun zu einem recht wichtigen Teil von Massive, dem Voicing. Ihr findet es wieder im großen Bereich in der Mitte, wo auch die LFOs erscheinen. Klickt dort auf das Tab “Voicing”. Zuerst verdoppeln wir einmal die Oszillatoren, indem wir “Unisono” auf 2 stellen. Um den Sound fetter erklingen zu lassen, klickt rechts neben Unisono bei “Pitch Spread” auf den Button “On” und zieht den Fader rechts ein Stückchen nach rechts, bis euch der Sound zusagt. Zusätzlich kann man hier Legato aktivieren und mit dem “Wavetable Position” Fader die Wavetables der Oszillatoren “fernsteuern”. Auch hier ist wieder jeder Parameter mit LFOs oder Hüllkurven modulierbar.

Macro Controls

Sehr praktisch für Automatisierungen ist der Einsatz von Macro Controls. Meist gibt es sowieso nur eine Handvoll Parameter, die man automatisieren möchte. Diese dann aus endlos langen Dropdown-Menüs herauszusuchen kann recht mühsam sein, vor allem, wenn die Bezeichnungen der Parameter kryptisch zu lesen sind. Hier kommen die Macro Controls ins Spiel. Sie werden wie LFOs oder Hüllkurven eingesetzt (also mit dem Symbol per Drag and Drop in die dunklen Felder gesetzt). Man kann mit einem Macro Control natürlich auch mehrere Parameter gleichzeitig ansteuern. Die Macro Controls kann man dann entweder direkt mit den kleinen Reglern im Bereich rechts unten steuern, oder in den Automatisationsspuren direkt im Sequenzer. Die Macro Controls stehen direkt zu Beginn der Liste und haben im Namen immer zuerst ihre Nummer und darauffolgend einen vom Nutzer wählbaren Namen.

Sonstiges

Massive kann aber noch viel mehr. Es gibt zum Beispiel eine einfachen Noise-Generator, Feedback, simple Inserts und die Möglichkeit, alle diese Elemente und auch die der vorigen Kapitel in einem eingeschränkten Rahmen neu zu routen. Für unser Beispiel mit dem Bass-Sound ist der Einsatz dieser Elemente aber nicht notwenig.

Text von Wolfgang Magerl aka Apotheist

Dieses Tutorial wurde von Robert Agthe geschrieben

Kommentare / Comments

Polarity

Danke und Massiven Respekt frs schreiben von mir.

infant

schnes tutorial, danke dir!

PR

ich finde das kleine Tutorial auch gut nur fnde ich zB ein Paar Beispielsounds die du so mit dem Massive geschraubt hast.
Ich habe mir den Massive gekauft und muss schon sagen ich bin sehr begeistert von dem Ding.
Danke fr die Arbeit. Ich dachte schonmal man knnte vielleicht das Erstellen bestimmter Patches anhand vom Massive erklren. So eine Art Synthie Schule oder so.

Do-Maperin

Thanxalot !! Aber wo sind denn die Bilder hin??

Polarity

Wieder drin. Sorry.

Anonymous

Bilder wieder weg? :-(

jav666

http://producer-network.de/sitedata/img.php?i=http://producer-network.de/sitedata/media/bilder/wissen/tutorials/massive-erklaert/massive_tutorial_08.jpg

den teil weglöschen: "http://producer-network.de/sitedata/img.php?i="

dave

oh mann, die bilder sind leider weg, würde mir das toturial gerne mit bildern durchlesen, steckt bestimmt ne menge mühe drinn!

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